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Ständig müde und antriebslos durch lose Enden?

Aktualisiert: vor 4 Stunden


Elke Götz hält die Stirn und den Hinterkopf einer anderen Person. Die Handhaltung heißt emotionale Stressreduktion.

Oder warum Versprechen an dich selbst viel Energie kosten können


Versprechen an uns selbst haben eine große Wirkung, vor allem, wenn wir sie brechen.

Deshalb: verspreche dir nichts, was du nicht halten kannst ;).


Klingt simpel, ist es aber nicht. Denn unser Verstand ist kreativ, wenn es darum geht, neue Vorhaben zu formulieren und ebenso kreativ, wenn es darum geht, sie wieder zu vergessen.

Was bleibt, sind sogenannte lose Enden. Kleine offene Baustellen im Inneren, in die ständig Energie fließt, ohne dass etwas dabei entsteht. Vergleichbar mit einem Projekt in der Wohnung, begonnen und nicht fertiggestellt. Der Unterschied: das Projekt in der Wohnung ist sichtbar, das in unserem Inneren nicht.

Der Körper reagiert aber trotzdem, er wartet darauf, dass unsere Vorhaben in die Tat umgesetzt werden und hält dafür pausenlos Energie bereit. Er zieht die Kraft still, aber kontinuierlich ab und sie fehlt uns an anderer Stelle.


„Ich sollte mehr Sport machen." „Ab heute esse ich gesünder." „Eigentlich wollte ich ja schon längst mit Meditation anfangen." Solche Sätze kennen wir alle aus unserem eigenen inneren Dialog. Sie klingen nach Motivation und fühlen sich in dem Moment, in dem wir es aussprechen gut an. Aber wenn nichts folgt, werden sie zur Last. Die Energie fließt in Richtung des Versprechens und - versackt. Wir wiederum fragen uns, warum wir so müde sind, obwohl wir doch gar nichts getan haben.


Das habe ich vor Kurzem am eigenen Leib erfahren. Ferienzeit bedeutet für mich auch immer kursfreie Zeit. Ich hatte mir vorgenommen, diese zwei Wochen täglich eine Viertelstunde Französisch zu lernen. Kein großes Ziel, nur eine kleine, feine Gewohnheit. Drei Tage lief es wunderbar. Dann waren plötzlich wieder tausend andere Dinge wichtiger und meine Viertelstunde rutschte leise ans Ende der Prioritätenliste.


Und prompt überkam mich eine bleierne Müdigkeit. Nicht die Müdigkeit nach einem langen Tag, sondern diese dumpfe Tagesmüdigkeit, die sich nicht erklären lässt. Ab dem Moment, in dem ich meine morgendliche Routine wieder aufgenommen habe, war sie wie weggeblasen.

Der Zusammenhang war nicht zu übersehen.


Was also tun, wenn wir merken, dass wir eine Abmachung mit uns selbst nicht einhalten können oder wollen? Ein einfaches, innerlich gesprochenes: „Ich ziehe dieses Vorhaben zurück und vertage es auf unbestimmte Zeit" gibt dem Körper das richtige Signal. Das lose Ende wird geschlossen. Die Energie, die dort gebunden war, ist wieder frei.


Es geht nicht darum, keine Ziele mehr zu haben. Es geht darum, ehrlich mit sich selbst zu sein und nur Versprechen zu machen, die man auch wirklich halten kann. Oder sie loszulassen, bevor sie still und heimlich an unserer Kraft zehren.


Kennst du das auch? Welche Abmachung mit dir selbst wartet darauf, entweder eingelöst oder zurückgenommen zu werden?





 
 
 

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